Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Post auf dem Yourdietangel Blog. Seit den Anfängen meiner Bloggerzeit habe ich eine Menge dazu gelernt. Die alten Inhalte entsprechen nicht mehr zwangsläufig meiner aktuellen Meinung. Der Artikel kann Werbelinks / Affiliate Links enthalten. Da er aus 2014 ist, kann ich eine Erreichbarkeit der Links nicht versprechen.

Sarahs lieber Kommentar unter meinem Rezept zum Paleo Müsli hat mich daran erinnert, dass ich noch etwas “wichtiges” sagen möchte. “Noch” ist auch fas falsche Wort, “mal wieder” trifft es eher. Sarahs Kommentar lautete

“Ich steig leider nicht mehr durch…. Machst du jetzt LC, LCHF, Keto, Paleo oder clean 30??? Mal so und mal so… Hm.”

Die Frage scheint auf den ersten Blick berechtigt, wenn man meinen Blog nicht regelmäßig liest und wichtige Artikel wie “Die Evolution auf meinem Teller” nicht mehr in Erinnerung hat. Da ich eine Menge schreibe und nicht alle von Anfang an dabei sind, möchte ich hier eine wichtige Denk-Grundlage liefern.

Schubladen für meine Ernährung? Das geht doch gar nicht (mehr)

Meine Ernährung passt nicht in Schubladen, ich kann nicht hergehen und da wirklich Labels drauf drücken wie Lowcarb, Low Carb High Fat, Keto, Paleo, clean eating 30, whole 30, Primal, Atkins oder was auch immer. Im Grunde mache ich von allem ein bisschen und meine Ernährung ist auch nicht in Stein gemeißelt und festgefahren, meine Ernährung verändert sich auf der einen Seite ganz natürlich innerhalb des Jahres im Wechsel der Jahreszeiten. Jetzt ist zum Beispiel Sommer und ich lebe nicht durchgängig ketogen, ich verzehre nämlich regelmäßig Beeren und Grapefruits und habe auch Milch vom Bauern mit auf dem Speiseplan, selbst wenn sich die Mengen von beidem in Grenzen halten. Eine einfache Regel: wenn meine Kohlenhydratmengen hoch gehen, senke ich die Fettmenge. Aktuell würde also das Label “primal” mit Tendenz zu “low carb” am ehesten passen. Dann kommt irgendwann der Herbst mit seinen Kürbissen, ich habe selbst welche auf dem Balkon in riesigen Kübeln gepflanzt, und die werde ich sowas von todsicher essen. Kürbisse passen auch nicht in eine ketogene Ernährung – es sei denn, man isst mikroskopisch winzige Stücke, denn meine Carbs unter einer ketogenen Ernährung gehen hauptsächlich für XXL Portionen grünem Blattgemüse und kleinen Mengen bunten Gemüse drauf, für Milch, Früchte und stärker kohlenhydrathaltige Gemüse ist da schlichtweg kein Platz in den engen Grenzen einer keto Ernährung. Der Winter ist bei mir meistens von Oktober bis Mai – in der Zeit ernähre ich mich strenger ketogen, da geht der Fettanteil im Essen gewaltig hoch und das Label LCHF würde auch wieder passen.

Das “Aber” folgt auf dem Fuß

Tja und dann kommt noch das “Aber” – wenn ich nämlich an einem Tag mal auf was komplett anderes Lust habe, sagen wir mich reizt unbedingt eine stinknormale Pizza aus Luigis Pizzeria mit dem Steinofen, ein dickes fettes Stück Torte mit Zucker und Getreide, ein Paleo Müsli mit Trockenobst, ein Glas Cola Zero, ein Becher Eis aus der Gelateria, das Probieren des neuen Duplo mit Cocosgeschmack oder eine andere “Perversität” aus der alten Welt, dann gönn ich mir das. Ausnahmen sind zwar selten aber ich mache sie. Das passt dann zu keinem all der Labels, die wir schon in den Raum geworfen haben – es ist schlichtweg meine Freiheit, zu tun, was immer ich möchte und wann ich es möchte. Ohne Rücksicht darauf, ob es vielleicht nicht zu der Flagge passt, die ich aktuell über meinem Haus gehisst habe. Für mich ist das ein Teil Lebensfreude, einfach mal entspannt zu sein – ich fühle mich auch kein Stück verpflichtet, mein Ernährungskonzept transparent zu halten, ich will nämlich überhaupt nicht, dass mir das jemand genau so nachmacht.

Dabei geht es nicht um Geiz oder Geheimnistuerei – es geht darum zu verstehen, dass meine Ernährung ständig in Bewegung bleibt, um sich aktuellen Lebensumständen anzupassen und sich entwickelt hat auf Basis dessen, was bei mir die besten Ergebnisse erzielt. Ich weiß jedoch gerade durch unsere große Community ganz genau, dass jeder für sich selbst ein Programm entwickeln muss und zwar ganz klassisch mit “trial and error” – und auch jeder von Euch muss ständig Kleinigkeiten anpassen, weil sich das Leben, der Körper und die Bedürfnisse auch ständig ändern. Bei mir aufs “Label” zu gucken und zum Beispiel zu sagen “aha, LCHF funktioniert. Mach ich dann auch” hat fast ein wenig etwas vom Massenselbstmord der Lemminge. Egal welches Ernährungskonzept man nimmt: es gibt immer Menschen, die damit super zurecht kommen und genauso gibt es Menschen, die davon krank werden. Ich gebe zu, ich liebe den Lowcarb Lifestyle und mein Blog beschäftigt sich mit den Dingen, die mich so interessieren – es heißt dadurch aber nie, das ist genau die Art von Ernährung, die generell für jeden gesund und optimal ist.

Ich bin offensichtlich genetisch auf eine Ernährung mit viel tierischem Fett eingerichtet, unter dieser Ernährung habe ich nicht nur ein super Wohlbefinden sondern auch Blutwerte, die perfekt sind. Das bedeutet nicht, dass Du mit diesem Konzept ebenso ideal fährst – mein Mann zum Beispiel braucht für optimale Blutfettwerte zusätzlich noch Haferflocken und Schwarzkümmelöl, sonst sind seine Ratios nicht mehr ideal.

Er ist also offiziell nicht paleo oder primal, weil er Getreide isst – aber wen kratzt es, wenn er dadurch spürbar und messbar gesünder ist?

Ich trinke wieder Shakes – die sind weder Paleo noch primal, selbst wenn ich bei der Auswahl der Shakes heute mit einem viel kritischeren Auge zu Werke gehe als früher. Ich habe fast ein Jahr auf Shakes verzichtet und hatte damit mein wichtigstes Tool verloren, mich nach dem Sport zufrieden zu machen und auch mal das Abendbrot zu canceln an Trainingstagen, ohne damit die Regeneration in den Arsch zu fahren.

Jetzt nutze ich es wieder und bis auf positive Effekte wie optimales Haarwachstum und Wachstum der Fingernägel habe ich Null Nebenwirkungen. Nach einer fast einjährigen Ausschlussdiät und gezielter Widereinführung hätte ich es gemerkt, wenn ich auch nur irgendwie negativ auf Shakes reagieren würde. Was hätte ich davon, wegen dem Label “Paleo” oder “primal” auf ein Produkt zu verzichten, was mir unterm Strich spürbar gut tut? Nichts! Oder reden wir über MCT Öl – ich liebe es von Herzen, weil es nicht so kokosmäßig schmeckt wie Kokosöl und für mich spürbar wie ein Supertreibstoff wirkt. Trotzdem ist es nicht “paleo” oder “primal” – ist mir aber egal. Es nützt mir und auch ein Verzicht über Wochen als Ausschlußdiät mit Wiedereinführung zeigt mir, ich toleriere es 100%. Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die ich immer berücksichtige weil sie eine eindeutig negative Auswirkung auf mich haben. Pflanzenöle wie Soja, Sonnenblume etc. vertrage ich schlecht – deshalb sind Fertigprodukte fast nie zu Gast auf meinem Tisch, es dauert meist nicht mal einen Tag und ich habe Gelenkschmerzen. Erdnüsse und Soja erzeugen bei mir schon in ganz kurzer Zeit eine verstopfte Nase, manchmal noch während des Essens. Das bedeutet aber nicht, dass Du auch super streng Pflanzenöle auslassen musst und Erdnüsse und Soja wie die Pest vermeiden – es bedeutet nur das Offensichtliche, dass ich das tue. Im Umkehrschluss liegt auch nahe, dass Du nicht unbedingt die selben Shakepulver und MCT Öl prima verträgst obwohl es für mich super ist.

Der Diätwahnsinn der heutigen Zeit lässt uns oft vergessen, dass eigentlich nur wir selbst wissen, was für uns langfristig ein Konzept ist, mit dem wir leben können und so gesund wie möglich sind. Ich berichte über meine Ernährung und zwar immer so, wie sie im Moment des Artikel Schreibens gerade ist. Die Veränderungen sind im großen und ganzen auch sehr klein – nur oft prägnant genug, um Schwierigkeiten mit vordefinierten Labels zu bekommen. Aktuell passt keto nur 1-2 Tage in der Woche (die erhalte ich mir konsequent siehe “Wie Übergewicht entsteht” ) , primal zu 90%, LCHF eher nicht (vielleicht 2 x die Woche), Lowcarb meistens – ist das nicht unendlich kompliziert, weil da ein Begriff her soll, der erfasst, was ich tue? Sagen wir es so: ich mache die Anne-Diät, die ist optimiert für mich und versteht sich auch nicht als “Diät” im Sinne von kurzzeitiger Phase sondern als dauerhaftes Konzept, dass sich flexibel den Jahreszeiten, neuen Informationen, Gelüsten und Veränderungen in meinem Leben anpasst. Jeder Zeit, ohne Vorwarnung und ohne das Ziel, für andere nachvollziehbar oder reproduzierbar zu sein. Die Verantwortung, aus den vielen Informationen, die ich hier teile, für Euch persönlich eine persönliche Diät zu erschaffen, liegt zu jedem Zeitpunkt in Euren Händen. Jeder von Euch ist einzigartig und hat das Recht und den Bedarf, einen ganz eigenen Stil zu finden. Deshalb kommt hier die gute Nachricht: ihr müsst nicht verstehen oder nachvollziehen können, was ich gerade mache und warum ich es mache – es ist wichtiger zu schauen, was ihr gerade selbst macht, welche Erfolge ihr habt, was ihr ändern möchtet usw.

Weißt Du bescheid, meine Ernährung ist schubladenfrei und mittlerweile auch sehr entspannt. So eine Diät wünsche ich Euch auch.

Liebe Grüße
Anne

Käse Schinken Proteinbagels zum Vatertag

Proteinbagels mit Käse und Schinken sind eine herzhafte Variante des Eiweißbagels und eignen sich hervorragend zum Grillen. Meinem Mann hat dieses Rezept so gut geschmeckt, dass ich es nicht schaffte, ordentliche Blogfotos zu schießen. Die Dinger waren alle, bevor ich mit den Dekoblumen vom Blumenladen zurück war. Das spricht ja dafür, wie lecker diese Eiweißbrötchen sind und deshalb habe ich sie für den Vatertag als Rezeptvorschlag geplant.

Protein Donut Lowcarb – Haselnuss Schokoladen Donut Rezept

Protein Donut Rezept ohne Kohlenhydrate mit gutem Fett aus Haselnüssen oder Mandeln und 10 Gramm Eiweiß pro Portion. Gesunde Donuts genießen ohne Reue ist mit diesem Rezept für Proteindonuts möglich. Natürlich ist es Lowcarb und enthält einen moderaten Fettanteil, der hauptsächlich aus Eigelb und Haselnuss stammt.