Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Post aus 2014 vom Yourdietangel Blog. Seit den Anfängen meiner Bloggerzeit habe ich eine Menge dazu gelernt. Die alten Inhalte entsprechen nicht mehr zwangsläufig meiner aktuellen Meinung. Dieser Artikel enthält Affiliate Links (Mehr dazu lesen)

Meine aktuelle Lektüre “Brain Grain: the surprising truth about wheat, carbs and sugar” von Dr. David Perlmutter ist meine aktuelle Lektüre und ich möchte seine Erkenntnisse mit Euch teilen. Das Buch ist ein New York Times Nr. 1 Besteller und alle Englisch-Muffel können aufatmen: es gibt eine Übersetzung mit dem Titel “Dumm wie Brot” von Dr. Perlmutter. Ich habe das Original gelesen, ich kann nicht garantieren, dass das deutsche Werk vollumfänglich ist, jedoch wird es sicher den Überblick beinhalten.

Was macht Dr. Perlmutter zum Experten

Dr. David Perlmutter ist Neurologe und er arbeitet seit über 30 Jahren mit Patienten in seiner Praxis aber auch wissenschaftlich in der Erforschung von degenerativen Gehirnerkrankungen. Sein Vater, einst ein erfolgreicher Neurochirurg, leidet mittlerweile selbst an einer degenerativen Gehirnerkrankung. In seinem Buch referenziert Dr. Perlmutter auf sehr viele interessante Studien, um seine Theorie zu beweisen. Ihr kennt mich: Studien finde ich ganz nett aber hurra schreie ich deshalb nicht unbedingt. Wichtiger ist mein ein anderer Aspekt, der Dr. Perlmutter für mich zum Experten macht: er arbeitet seit Jahrzehnten in seiner Praxis mit echten Patienten. Er hat Erfahrung in der Therapie und kann Therapieerfolge und Misserfolge berichten – er weiß also, was in der Realität wirklich funktioniert und was nur der Pharmaindustrie von Nutzen ist.

Perlmutters These: Getreide, Gluten, Fruktose, Zucker und HighCarb verursachen neurologische Krankheiten

Grob zusammen gefasst sieht Dr. Perlmutter Getreide, insbesondere Gluten, Fruktose und eine regelmäßige Kohlenhydratzufuhr von mehr als 60g am Tag als den Auslöser für degenerative Gehirnerkrankungen wie Parkinson, Alzheimer – aber auch für neurologische Störungen wie ADHS, Migräne, Depressionen, bipolare Störungen, autoimmune Prozesse etc. Dr. Perlmutter sieht dies auch als die Auslöser der weltweiten Epedemien von Übergewicht, Diabetes und Herzkrankheiten und erzählt, dass in der wissenschaftlichen Welt die degenerativen Erkrankungen des Gehirns bereits als Diabtetes Typ 3 gehandelt werden. Er begründet dies durch die entzündlichen Prozesse, die durch einen ständig erhöhter Blutzuckerspiegel (über 100), einen erhöhten Insulinspiegel/ IGF1 Spiegel und vor allem der Einfluss von Gluten auslösen. Er betont, dass er nicht von Zöliakie spricht, also von offensichtlicher Glutenallergie mit Reaktion des Magen-Darmtraktes. Das Spektrum der Gluten Empfindlichkeit ist weitaus größer als der geringe Prozentsatz an eindeutigen Gluten Allergikern. Besonders schockierend fand ich seine Darstellung einer australischen Studie, in denen sich bei Kindern von Müttern mit Gluten Unverträglichkeit (nicht nur Zöliakie) die Häufung von neurologischen Störungen bei Ihren Nachkommen verdreifachte. Darunter ganz vorne ADHS, ein besonders verbreitetes “Leiden” von Heranwachsenden heute.

Blick in Perlmutters Praxis – Alternative Behandlung mit Ernährung statt Pillen

In seiner Praxis behandelt Dr. Perlmutter verstärkt durch das Verordnen streng glutenfreier und kohlenhydratreduzierter Ernährung viele der sonst mit starken Medikamenten behandelten neurologischen Krankheiten mit großem Erfolg und ohne Nebenwirkungen. In seiner Argumentation kann er schlüssig vermitteln, dass Folgekrankheiten wie Alzheimer vermieden werden können, wenn rechtzeitig die Notbremse gezogen wird und Gluten aber auch ein Überschuss an Kohlenhydraten aus der Nahrung entfernt wird. Perlmutter bedient sich dabei vor allem wissenschaftlichen Ergebnissen aus Studien und natürlich aus seinem reichen Erfahrungsschatz von 30 Jahren Arbeit mit Patienten – ergänzt dies mit einer uns bereits gut bekannten Information und zwar unseren entwicklungsgeschichtlichen Hintergrund als Gattung Mensch.

Noch ein Mal mit Gefühl: die Entwicklungsgeschichte des Menschen

Er führt dabei aus, dass wir bis vor der Agrarrevolution vor etwa 10 000 Jahren unsere etwa 4 Millionen Jahre auf diesem Planeten nur selten in den entsprechenden Reifeperioden von Früchten und Blättern eine höhere Kohlenhydratzufuhr gewohnt waren. Dabei betont er, dass auch die Getreidefunde ganzer Körner von anderen Getreidesorten ausgingen, wie das, wir wir heute als Getreide hoch industriell verarbeitet und extrem hoch gezüchtet auf den Teller kriegen. Der Glutengehalt unserer heutigen Getreidesorten ist um ein vielfaches potenziert, die verzehrten Mengen sind extrem groß. Das ist für die meisten von uns nichts Neues – ich fand es trotzdem erwähnenswert. Er stellt zur Verbildlichung die Ernährung unserer Vorfahren gegenüber mit den Ernährungsempfehlungen, die in der westlichen Welt heute an der Tagesordnung sind.

Vergleichen wir das mal in Zahlen, da ich nicht weiß, ob ich sein Tortendiagramm einfach nehmen darf.

Unsere Vorfahren ernährten sich etwa so: 75% Fett 20% Protein 5% Kohlenhydrate Wir ernähren uns nach Empfehlung z.B. der DGE so: 60% Kohlenhydrate 20% Protein 20 % Fett

60% Kohlenhydrate gesund für Menschen oder eher für die Wirtschaft?

Die starke Verschiebung in der durchschnittlichen Zufuhr der Makronährstoffe (Fett, Kohlenhydrate, Protein) legt nahe, dass daraus Probleme resultieren können, die je nach genetischer Ausgangslage zu kleineren oder größeren Krankheitserscheinungen führen können und die sich im Alter (also der Dauer der “belastung”) zuspitzen. Beispiele dafür ist Typ 2 Diabetes, das metabolische Problem, Depressionen/Burnout/bipolare Störungen. Viele Störungen treten auch bereits in den früheren Jahren auf wie ADHS, Diabetes Typ 2 bei Kindern, Migräne, chronische Müdigkeit, Vergesslichkeit/Erinnerungsstörungen etc. Am Rande möchte ich erwähnen, dass unsere Vorfahren je nach Region und Jahreszeit natürlich schwankende Verteilungen ihrer Nährstoffe hatten, die Daten von Dr. Perlmutter sind als Durchschnittswerte anzusehen während die meisten Menschen in der “westlichen” Ernährung übers Jahr hinweg etwa konstante Mengen an Carbs, Fett und Proteine zu sich nehmen. Im Zusammenhang mit der Ernährungspyramide empfehle ich Denise Mingers Buch “Death by food pyramid”, wo die Entstehungsgeschichte der 60% Kohlenhydrat Idee zu finden ist. Und die schockiert: diese Empfehlung entstand nicht aus der damals wissenschaftlichen (Fehl)Einschätzung, dass dies gesund sei, sondern letztenendes wuchs diese Empfehlung aus wirtschaftlichen Interessen!

Test: Welches Risiko hast Du, später an degenerativen Gehirnerkrankungen zu leiden?

Dr. Perlmutter stellt in seinem ersten Kapitel direkt einen Test vorweg, mit dem man sein eigenes Risiko ermitteln kann ob man bereits an neurologischen Störungen leidet (womöglich unerkannt) oder in Zukunft eine degenetative Gehirnerkrankung wahrscheinlich ist. Je mehr Fragen mit “wahr” beantwortet werden, je höher ist das persönliche Risiko. Ich fand den Test interessant und schockierend, deshalb teile ich den an dieser Stelle.

Wahr oder falsch?

  1. Ich esse Brot oder Gebäck (100% gluten- und getreidefreie Lowcarb Produkte gelten nicht)
  2. Ich trinke Fruchtsaft (jeder Art)
  3.  Ich esse mehr als eine Portion Obst am Tag
  4. Ich nehme Agavendicksaft statt Zucker
  5. Ich komme bei meinem täglichen Spaziergang außer Atem
  6. Mein Cholesterin ist unter 150
  7. Ich habe Diabetes
  8. Ich habe Übergewicht
  9. Ich esse Reis oder Nudeln (aus Getreide, Gluten oder Soja)
  10. Ich mache keinen regelmäßigen Sport  
  11. Neurologische Erkrankungen sind in meiner Familie vorhanden
  12. Ich nehme kein Vitamin D3 ein
  13. Ich esse eine Low-fat Diät ( ich esse wenig Fett)
  14. Ich nehme Cholesterinsenker
  15. Ich vermeide Lebensmittel die viel Cholesterin enthalten
  16. Ich trinke Limonade/Cola (light oder normal)
  17. Ich trinke keinen Wein
  18. Ich trinke Bier
  19. Ich esse Müsli/Cerealien (jeder Art)
  20.  

Das beste Testergebnis wären Null Antworten mit “wahr” – Zitat (übersetzt aus dem Englischen) “Wenn Du eine Frage mit “wahr” beantwortet hast, ist Dein Gehirn und Dein gesamtes Nervensystem einem größeren Risiko ausgesetzt, eine Erkrankung oder Fehlfunktion zu erleiden, als wenn Du null Fragen mit “wahr” beantwortet hast.” Daraus folgt, dass mehr wahre Antworten das Risiko immer weiter potenzieren.

Empfehlungen von Dr. Perlmutter für ausgezeichnete neurologische und allgemeine Gesundheit

  1. Kompletten Verzicht auf Getreideprodukte
  2. Reduktion der täglichen Kohlenhydratmenge unter 60g/Tag
  3. Obst vermeiden, maximal 1 Portion am Tag, bevorzugt Fruktosefrei (Beeren, Zitrus)
  4. Agavendicksaft und Zucker vermeiden
  5. Reichlich Fett in der Nahrung aufnehmen
  6. Reichlich Antioxidantien in der Nahrung
  7. Regelmäßig Sport
  8. Keine Nudeln, kein Reis
  9. Auf komplett glutenfreie Lebensmittel achten (Zutaten lesen/erfragen)
  10. Vitamin D3 untersuchen und ergänzen (Ölbasis Tabletten!)
  11. Auf Cholesterinsenker verzichten
  12. Keine Limonade/Softgetränke (auch nicht light)
  13. Täglich ein Glas Wein (wegen Resveratrol, kann man auch einnehmen)
  14. Kein Bier trinken

Interessantes Häppchen zu Cholesterin – erhöhter Cholesterin macht schlau und ist nicht gefährlich

Dr. Perlmutter schreibt und zeigt an Hand von Studienergebnissen, dass 1. – kein beweisbarer Zusammenhang zwischen einem erhöhten Cholesterinwert (LDL) und einem höheren Herz-Kreislauf Erkrankungsrisiko vorhanden ist – kein Zusammenhang zwischen Arteriosklerose und einem erhöhten LDL Cholesterinwert existiert.

Tatsächlich ist der Grund für diese Erkrankungen oxidiertes LDL; Cholesterin ist wertvoll für den Körper weil es nicht nur als Grundbaustoff für unsere Hormone benötigt wird sondern auch als Reperaturstoff. Oxidation kann man mit dem Rosten von Metall vergleichen, oxidierte LDL Partikel haften sich in den Arterien fest und die “rauhen” Stellen werden dann gekittet vom vorhandenen Cholesterin.

Das eigentliche Problem ist aber die Oxidation, die in einer geringen Rate normal ist. Ursächlich für verstärkte Oxidation ist ein Mangel an Antioxidantien (körpereigene und aus der Nahrung) zu nennen, die in erster Linie durch ungünstige Lebensumstände (Stress, kein Sport, Schlafstörungen, erhöhte Blutzuckerwerte/Diabetes) und durch entzündungsfördernde Stoffe in den Lebensmitteln ausgelöst werden. Dazu zählt neben Getreide auch der schiere Wust an industriellen Ölen (vor allem Sonnenblumenöl, Rapsöl, Distelöl) und es zählen diverse chemische Zusatzstoffe dazu.

Interessant ist der Zusammenhang, den Dr. Perlmutter mit neurologischen Störungen gefunden hat: fast alle neuroglogisch gestörten Patienten haben einen niedrigen Cholesterinwert gemeinsam, dies deckt sich auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen, in denen Depressionen, bipolare Störungen, Tremor Erkrankungen (unkontrollierbares Zucken/Zittern) mit einem erniedrigten Cholesterinwert verbunden wurden. Eine große Langzeitstudie (Framingham Heart Study) hat diesen Zusammenhang deutlich über Generationen bestätigen können, insbesondere wurde festgestellt, dass Menschen mit geringerem Cholesterin über schlechtere Reaktion, weniger abstraktes Denkvermögen, geringere Kreativität und sprachliche Fähigkeit verfügen.

Platt gesagt machen Cholesterinsenker demnach nicht nur dümmer und langsamer sondern vor allem erhöhen sie das Risiko, neuronale Störungen oder Erkrankungen zu entwickeln während der erhöhte Cholesterinspiegel selbst keinen Risikofaktor für das Herz-Kreislaufsystem darstellt sondern lediglich die Oxidation. Und dieses Risiko ist auch bei geringerem Cholesterinspiegel gleichwertig! vorhanden. Ein niedriger Cholesterinspiegel oder eine cholesterinarme Ernährung schützt nicht vor verstopften Arterien!

Wer sich vernünftig ernährt, also in etwa wie unsere Vorfahren (nach Jahreszeit schwankt der Wert natürlich), wird einen stabilen Cholesterinwert erreichen mit einer idealen Ratio von LDL, HDL und Trigylceriden und somit nicht nur sein Risiko senken, an Herz- Kreislauferkrankungen zu leiden und das Risiko neuronaler Erkrankungen/Störungen reduzieren sondern bringt sein Gehirn auf Höchstleistung.

Fazit: Gluten, Fruktose und Kohlenhydrate – das Risiko sollte jeder kennen

Ob und wie sich der Einzelne jetzt motiviert fühlt, auf Grund von Dr. Perlmutters Ausführungen sein Leben zu verändern, ist eine Entscheidung von jedem selbst. Für mich persönlich war dieses Buch deshalb spannend, weil ich in der Familie Vergesslichkeit/ Verwirrtheit / Erinnerungsstörungen kenne und nicht möchte, dass mein Mann eines Tages auch solche Probleme entwickelt. Eine glutenfreie Ernährung ist deshalb durchaus eine machbare Option, er isst ja meistens bei mir mit und da ich ohnehin schon 90% Glutenfrei esse (nur am Schlemmtag wurde ich schwach bisher), wird es kein Problem sein, ihn für ein halbes Jahr testweise umzustellen. Mir selbst macht es nichts aus, ist ja kaum eine Veränderung nur dass es eben am Load Tag auf keinen Fall mehr Getreide/Gluten geben wird.

Sehr spannend ist für mich, dass ich nun seit etwa 1,5 Jahren 6 Tage die Woche glutenfrei lebe und seitdem meine Neigung zu Depressionen verbessert wurde, die mich früher oft heimgesucht haben. Mich interessiert, ob der komplette dauerhafte Glutenverzicht vielleicht komplett dieses Krankheitsbild aus meinem Leben verscheucht. Das wäre toll. Jeder der schon mal eine Depression hatte, weiß wie lebensverhindernd die wirkt.

Noch dazu ist der Verzicht auf unnütze Lebensmittel wie Brot und Pasta viel gesünder als irgendwelche Medikamente gegen diese Erkrankungen. Ich kann dieses Buch deshalb jedem empfehlen, der in seiner Familie oder bei sich selbst neurologische Probleme feststellt, Beispiele sind auch Migräne, Autoimmunerkrankungen, ADHS, bipolare Störungen, Alzheimer, Vergesslichkeit/Schusseligkeit etc.

Das ist übrigens wichtig: frühe Anfänge degenerativer Gehirnerkrankungen sind Zerstreutheut, Schusseligkeit, Vergesslichkeit , Tollpatschigkeit – oft verniedlichen wir diese Dinge als kleine, süße, persönliche Marotte während es die Frühanzeichen neuronaler Störungen sind. Das war mir auch nicht bewusst, bevor ich dieses Buch gelesen habe. Ich empfehle deshalb “Brain Grain” eine Chance zu geben. Wer kein englisch kann, hat dieses Mal Glück, es scheint das Buch auch auf Deutsch unter dem Titel “Dumm wie Brot” zu geben.

Käse Schinken Proteinbagels zum Vatertag

Proteinbagels mit Käse und Schinken sind eine herzhafte Variante des Eiweißbagels und eignen sich hervorragend zum Grillen. Meinem Mann hat dieses Rezept so gut geschmeckt, dass ich es nicht schaffte, ordentliche Blogfotos zu schießen. Die Dinger waren alle, bevor ich mit den Dekoblumen vom Blumenladen zurück war. Das spricht ja dafür, wie lecker diese Eiweißbrötchen sind und deshalb habe ich sie für den Vatertag als Rezeptvorschlag geplant.

Protein Donut Lowcarb – Haselnuss Schokoladen Donut Rezept

Protein Donut Rezept ohne Kohlenhydrate mit gutem Fett aus Haselnüssen oder Mandeln und 10 Gramm Eiweiß pro Portion. Gesunde Donuts genießen ohne Reue ist mit diesem Rezept für Proteindonuts möglich. Natürlich ist es Lowcarb und enthält einen moderaten Fettanteil, der hauptsächlich aus Eigelb und Haselnuss stammt.