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Lebenswichtige Fettsäuren, die du unbedingt brauchst

Schock am Novembermorgen: He-Man`s Erzfeind greift an und er hat künstliche Schlagsahne dabei!

Heute früh beginnt der Tag für mich mit einem Schock. Hört her Leute, es gibt wieder eine Anwärterin auf den »Rinderwahnsinn der Woche«. Wir messen heute morgen eine glatte 3 auf der Rinderskala, der Boden bebt, das Haus steht noch.

rinderwahnsinn skala 3

Wir reden an diesem Morgen über gute Fette und schlechte Fette.

Es geht um das Fett IM Essen.

Spulen wir zurück zum Anfang des Dramas.

Müde reibe ich mir die Augen, schwenke den Proteinkaffee und hoffe, dass die Kälte aus meinen Knochen verschwindet. Es ist einer dieser Tage im November, an dem du am liebsten im Bett bleiben willst.

Dem Tageslicht gelingt es kaum, die Nacht vom Himmel zu schieben. Es scheint beinahe, als pressen die grauen Wolken den Nebel am Boden zu einer dichten Suppe. Alles schreit: Leg dich verdammt noch mal wieder hin!

Gummistiefel, Schlafanzug und Herrenjacke: Das kann ja nur böse enden!

vorher nachher anne fitnesscenter

Mopsdame Uschi hatte mich geweckt, hechelnd mit verzweifeltem Blick. Hundeeltern wissen es: Der Countdown zum Desaster läuft. Vergiss das Wetter, zieh dir die Gummistiefel über die Schlafanzughose, greif irgendeine Jacke und lauf!

Unfreiwillig lande ich so viel zu früh draußen in der Pampa, in Gummistiefeln und Pyjamahose und dem Mantel meines Mannes. Dieser Moment hat auch Gutes in sich: Vor knapp einem Jahr hätte mir seine Jacke wie ein winziger Bolero nur die Arme gewärmt, heute versinke ich darin.

Ich stehe nichtsahnend auf dem Acker mit dem Novembergrau, als mein Handy vibriert. Instagram ist wach. Juhu, ich bin wohl nicht der einzige Mensch der Welt, der um diese Zeit einem Hund beim Geschäft zusieht.

Mir ist zu kalt, um das Telefon aus der Tasche zu friemeln. Ich jongliere mit den Hundepupstüten und es vibriert wieder. Und erneut. Und nochmal.

»Was zur Hölle ist denn da los?«, wundere ich mich.

Der zweite große Fehler des Tages: Neugier!

Ungeschickt fummele ich das Handy aus der Tasche und entdecke eine Reihe Videonachrichten an mich.

Zu sehen ist eine Frau, die ich überhaupt nicht kenne.

Schütteres Haar, hervorstehende Wangenknochen. Schmale Lippen. Sie runzelt die Stirn und kräuselt den Mund. Ich verstehe zuerst nicht, was sie von mir will. Ihre Stimme erinnert mich an die bezaubernde Verona Poth, die Optik eher an den Erzfeind von He-Man.

Probt da jemand für Halloween?

Ich kratze mir den Kopf und schaue mir das erste Video ein zweites Mal an. Endlich rattert es bei mir im Oberstübchen: Am Vortag hatte ich auf Instagram gezeigt, dass ich ein normaler Mensch bin und auch nach einem Magenbypass mit meiner Freundin in der Stadt Eis essen gehe.

Skandalös, ich weiß!

restaurant teller eiscreme

Der “Stein” des Anstoßes: Die berüchtigte Kugel Minzeis mit Sahne beim Italiener mit meiner lieben Tina.

»Als Vorbild musst du doch wissen, dass du keine tierischen Fette propagieren darfst! Unverantwortlich ist das. Wenn das Operierte sehen, die nicht Sport machen, ist das gefährlich. Fett macht fett. Das betont die Ernährungsberatung in meinem Krankenhaus!«

Eine völlig fremde Person schickt mir mehrere wütende Nachrichten, weil ich beim Italiener zu meinem Espresso eine Kugel Eis mit Sahne hatte?! Ehrlich jetzt?!!

Die Tirade geht weiter.

»Wenn du schon Sahne zeigst, nimm die gesunde Sahne mit Pflanzenfett«.

Gesunde Sahne mit Pflanzenfett?! WTF?!

Ich stelle mir vor, wie Christo aus der Eisdiele die Kinnlade bei einer Bestellung pflanzlicher Sahne runterfällt. Mit Liebe hergestelltes Italienisches Eis mit einem Klecks Bähhhh aus der Flasche servieren? Das schreit nach Lokalverbot!

Der nächste Videoclip in meinen Nachrichten zeigt das Panorama in einen Kühlschrank, in dem die lila-weiße Ersatzsahne sich mit ihrem imaginären Heiligenschein obszön an einem gezuckerten Lightjoghurt reibt.

»Hier, die kriegst du überall im Laden. Da ist kein tierisches Fett drin und statt 30% nur 19%. Hast du das nicht in deinem Krankenhaus gelernt?«

Leck mich am Arsch Marie, meint die das ernst?, frage ich mich und klicke etwas verstört auf den letzten Clip. Wieso sollte jemand in einem seriösen Krankenhaus eine künstliche Sahneattrappe mit fast so viel Fett wie das Original empfehlen?

In dem erfahre ich, dass Mrs. Ersatzsahne mit einem Magenbypass 40 Kilo abgenommen hat und deshalb sehr gut weiß, wovon sie redet.

Ja, schon klar!
Schwanzvergleiche beim Abnehmen sind idiotisch.
Ich bin gerade gegen meinen Willen aufgestanden, friere mir den Arsch ab und verdaue eine Nachrichtentirade aus der Irrenanstalt.

Heute darf ich das!

Ich hab 200 Kilo abgenommen und davon 90 Kilo mit Magenbypass. In Gedanken zeige ich ihr den Stinkefinger und klicke die Nachricht einfach weg.

Das Thema für den »Rinderwahnsinn der Woche« ist jedoch überaus interessant und ich bin dankbar für die Anregung. Schauen wir hinter die Kulissen pflanzlicher Sahne und dämonischen gesättigten Fettes. Bist du bereit?

rinderwahnsinn kolumne 2

Fett ist der Trend auf dieser Website

Fett ist auf diesem Blog eins der wichtigsten Themen überhaupt, denn bei Adipositas geht es nun Mal um Fett. Darum, es abzunehmen, warum wir Körperfett zugenommen haben, welche Erkrankungen ein Zuviel an Pösterchen und Schwungmasse auslösen kann.

Wahr ist: Fett hat mit etwa 9 Kalorien pro Gramm doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß und Kohlenhydrate. Aber heißt das automatisch, dass wir uns vor dem energiereichen Nährstoff fürchten müssen?

Aktueller Stand der Dinge

»Fett macht Fett!«, und ähnliche Fehlinformationen schwirren noch immer fröhlich auf Tour durch die Köpfe unserer Generation. Kein Wunder. Seit den 1970ern wird im Nährstoff »Fett« der Teufel hinter der Ausbreitung von Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen weltweit gesehen.

Speziell das gesättigte Fett hat die Rolle des bitterbösen Zwillings eingenommen. Selbst heute laufen noch Menschen durch die Gegend und glauben, dass ein Tropfen gesättigtes Fett sie umbringt und »Margarine statt Butter« eine gesunde Ernährung ausmacht.

Ahnungslose Opfer – ähm Leute – greifen im Supermarkt zu Frankenstein-Lebensmitteln wie der berühmten Ersatzsahne »Cremefine«.
Das Zeug besteht aus Milch, Wasser, Pflanzenfett und ein paar netten Zusatzstoffen. Ist mir in meinen Anfangszeiten auch schon passiert, dass ich auf diesen Mist reingefallen bin.

“Igitt, wer steht denn bitte auf Balance? Deshalb serviert der gesundheitsbewusste Mensch eben weiß getünchte Ersatzcremigkeit aus dem Labor und erhält dazu neben der Pampe für Kuchen, Soße und Co. gratis ein gutes Gewissen.”

Anne

Verrückte Youtube Schnalle, Yourdietangel

Echte Sahne, das Miststück

Wozu gibts solches Zeug? Weil Sahne – das Miststück – zu viele Kalorien und gesättigtes Fett hat. Bewusst eine Portion echte Sahne zu genießen oder mit einem sparsamen Löffelchen das Essen abzuschmecken, ist »out«.
Igitt, wer steht denn bitte auf Balance? Deshalb serviert der gesundheitsbewusste Mensch eben weiß getünchte Ersatzcremigkeit aus dem Labor und erhält dazu neben der Pampe für Kuchen, Soße und Co. gratis ein gutes Gewissen.

Gesättigtes Fett ist ein neutrales Fett

Detailliert informierte uns Nina Teichholz in ihrem Buch »The Big Fat Surprise« (Hier) über die dürftige Wissenschaft und noch dürftigere Politik, der wir die These »Fett macht fett« und »Gesättigtes Fett verursacht Herzinfarkt« verdanken.

In der Passage zur – nicht vorhandenen! – Erforschung von fettarmer Ernährung für Frauen und Kinder bekam ich einen Wutanfall. Die Hypothese untersuchten Wissenschaftler vor ihrer Absegnung durch Politiker an Männern mittleren Alters. Ergebnisse entgegen der sogenannten »Diet Heart Hypothesis« beenden Karrieren.

Wir hoppeln chic wie Versuchskaninchen durch das größte Labor aller Zeiten und bezeugen eine glänzende Bauchlandung.
Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen – die Zahlen steigen!

Was du wirklich über Fett wissen musst

Gesättigtes Fett ist 2018 nicht mehr der Dämon, den man noch vor Jahren darin gesehen hat. Es ist bloß nicht überall angekommen – wie der Ausbruch von Rinderwahnsinn in meinem Postfach heute zeigt.

Letztens haben wir darüber auf Facebook in einer Livesendung gesprochen und diese berechtigte Frage schoss mir direkt entgegen:

»Warum soll ich dann nach einer bariatrischen Operation trotzdem gesättigte Fette meiden? Meine Ernährungsberaterin hat gesagt, ich darf nur 0,1% Fett Joghurt.«

Ob es jetzt unbedingt 0,1% Fett sein müssen, lässt sich diskutieren. Bei Verträglichkeit sehe ich bei einem 1,5% Naturjoghurt kein Problem. Grundsätzlich wird nach einer Operation fettarmes Eiweiß als Basis der Ernährungspyramide vorgestellt und dementsprechend empfohlen.

Aber warum ist das so? Wo doch das »Fett« gar nicht mehr böse ist? Sehen wir uns die Fakten an.

Die Empfehlungen für Fett in Prozent & Gramm

Die unterschiedlichen Leitlinien und Reviews (1 – 4) vereint eine Gemeinsamkeit: die Richtlinie, energiereiche Lebensmittel mit hohem Fettanteil und einfache Kohlenhydrate zu meiden.
Zu diesen Speisen gehören insbesondere Fast Food, Süßigkeiten, Knabberzeug, Frittiertes, hoch fetthaltige Milchprodukte, Eiscreme und Backwaren, Produkte mit zugesetztem Zucker.

Der Grund für die Empfehlung liegt nicht per se im gesättigten Fett der Leckereien. Diese Lebensmittel liefern bereits in einer kleinen Portion eine gehörige Menge an Kalorien.

Zwei Probleme, die durch die Auswahl weniger sinnvolle Lebensmittel entstehen

 

Schlechtere Gewichtsabnahme, größeres Risiko für die Zunahme

1. Der regelmäßige Verzehr von Süßkram, Fast Food, Fertigprodukten und Co. kann den Vorteil des verkleinerten Magens aushebeln und die Abnahme behindern – oder sogar zur Zunahme führen.

Besonders interessant lesen sich in dem Zusammenhang vor allem die wissenschaftlichen Arbeiten über die Vermeidung und die Behandlung von Gewichtszunahme nach einer erfolgreichen Abnahme. (2) (3) Der häufige Verzehr der geliebten Kalorienbomben ist zusammen mit wenig Sport ein Indikator für langfristige Zunahme.

 

Gesundheitsschäden durch Eiweißmangel

2. Die geringe Eiweißausbeute bei einer Mahlzeit aus Fast Food, Süßigkeiten und Co. gibt dem Körper nicht, was er braucht. Sie liefern leere Kalorien. Selbst bei gleicher Kalorienanzahl birgt das einen »fetten« Nachteil: Deine Muskeln, Haare, Zähne, Immunsystem, Knochen usw. bekommen nicht ausreichend Protein zum Erhalt und Aufbau und die Leber hat keine Kapazitäten, um aus verzehrtem Eiweiß dringend notwendige Energie für die Grundfunktionen zu gewinnen.
Die Folge: Du »verzehrst« dich selbst, deine Muckies, Kollagene aus Haaren und Bindegewebe usw. werden für die Energiebereitstellung verdampft.

Keine Angst! Einen miesen Tag hat jeder Mal!

Bei einer »Schlemmermahlzeit« oder einem »miesen Tag« passiert überhaupt nichts. Ehrlich, miese Tage gehören dazu, die hat jeder! Einfach abhaken und bei der nächsten Mahlzeit vernünftig weiter machen.

Dauerhaft richten unvernünftige Entscheidungen beim Essen Schaden an. Die Empfehlung, auf diese »Energiebomben« überwiegend zu verzichten, macht also absolut Sinn für unsere kleinen Mägen.

Wir können nämlich eine verpasste Eiweißmahlzeit nicht nachholen.

Ist für uns Fett also doch »böse«?

Nein. Böse ist kein Lebensmittel, auch wenn das so knackig klingt.

Die Empfehlung für die Gesamtfettmenge unterscheidet sich bei Verträglichkeit nicht von der Referenz für Menschen ohne Magenverkleinerung. (4)

30 % Fett an der Gesamtkalorienzufuhr der Richtwert der DGE (6). Wieviel Fett in Gramm ist das denn ungefähr?

Legen wir die Richtlinien der Energiezufuhr der DGE (7) zugrunde, ergibt sich eine tägliche Kalorienempfehlung von 2 300 kcal für Männer und 1 800 kcal für Frauen im Alter von 25-50 Jahren bei geringer körperlicher Aktivität.

58 Gramm Fett für Frauen, 74 Gramm Fett für Männer

Im Durchschnitt braucht eine Frau nach dieser Tabelle also 58 Gramm Fett, ein Mann 74 Gramm Fett am Tag. Die DGE bezieht ihre Beispielwerte auf eine Person mit BMI 22. Für unseren Überblick soll uns das genügen.

Die Basis dieser Richtlinie gilt auch für uns.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder von uns überhaupt z.B. 58 Gramm Fett symptomlos verträgt.

Sehen wir uns das an meinem Beispiel an.

Magenbypass Beispiel

Fett nach Magenverkleinerung – Meine Erfahrung

Reden wir an dieser Stelle über Rouxdolph: Mein geliebter »Mitbewohner« besitzt eine verlängerte biliopankreatische Schlinge.
Einfacher gesagt, ist das Y meines Roux-n-Y Magenbypasses etwas weiter entfernt vom Magen, als es normalerweise für den Bypass üblich ist.
Der Chirurg versetzt nun dieses Y beim Eingriff »nach unten« Richtung Dickdarm. Eine größere Malabsorption von Nährstoffen ist die Folge.
Das bedeutet, dass Vitamine oder auch Eiweiß und Fett zum Teil nicht aufgenommen werden können und teilweise unverdaut in der Toilette landen.

Was passiert, wenn Fett nicht verdaut wird

Bis zu einer Menge von 50-55 Gramm Fett am Tag treten keine Verdauungsbeschwerden auf. Das ist mein Idealbereich. Esse ich nur 30-40 Gramm, neige ich zu Verstopfung. Nehme ich circa 55 Gramm oder mehr aus, kommt es je nach Menge zu Verdauungsproblemen. Über 70 Gramm fängt die häufige Rennerei zur Toilette an und ich darf den Exorzisten bestellen, der das Tö von bösen Geistern befreit.
Ich weiß, zu viele Details 😉

Unerfreulich!

Die gleichmäßige Verteilung der Fettportionen über die Mahlzeiten ist bei mir ebenfalls notwendig, um Symptome gering zu halten. Ich kann keine Sahnetorte essen und erwarten, dass ich das durch fettreduzierte Lebensmittel am Rest des Tages ausgleichen werde.

Hier landen wir wieder bei unserem Problem: Warum wird eine fettarme Ernährung nach der Operation empfohlen? Das hat auch einen rein praktischen Punkt, nämlich den der Verträglichkeit. Niemand hat Spaß an Blähungen, Bauchweh und Durchfall.

Wer will schon einen Exorzisten für sein Badezimmer?

 

Sollten wir Fett vom Speiseplan streichen?
Während gesättigtes Fett ungefährlich aber verzichtbar ist, brauchen wir eine Reihe essentieller Fettsäuren aus unserer Nahrung dringend.

Sicher hast du von Omega 3, Omega 6 und Omega 9 gehört.

Die Fettsäuren finden wir zum Beispiel in Fisch, Pflanzenölen, Nüssen & Samen, Eigelb von Freilandhühnern, Fleisch von Tieren mit 100% Weidefütterung, Avocado.

Ohne die Fette können wir nicht überleben! Sie erfüllen zahlreiche Funktionen in unserem Körper. Vom Aufbau der Zellmembranen – der Hülle jeder einzelnen Körperzelle – bis hin zum Nährstofftransport, zur Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, über die Hautheilung, Immunsystem und Co. Mangelt es uns an diesen zauberhaften Nährstoffen, sehen wir alt aus.

Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren kann sich durch folgende Symptome zeigen

  • Depressionen
  • Hautprobleme
  • Verschlechterte Wundheilung
  • Sehstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Herabgesetztes Immunsystem
  • Stimmungsschwankungen
  • Wachstumsstörungen
  • Haarausfall

In unserer Gesellschaft ist ein Mangel an diesen Fettsäuren bei ausreichender Ernährung selten. Er wird vor allem in Zusammenhang mit extremen Diäten und länger andauerndem Hungerzustand beobachtet.

Klingelt da was?

Die ersten Monate nach einer Magenverkleinerung wirken wie eine extreme Diät. Fisch, Eier und Fleisch – in hoher Qualität eine prima Quelle für Omega 3 Fettsäuren – gehören zu den Lebensmitteln, die von vielen Patienten mit bariatrischer Operation nicht mehr gut vertragen werden.

Keine Angst vor essentiellem Fett

Aus Angst vor den Kalorien wird das Essen ohne Öl gekocht oder gebraten und der Teelöffel Öl, den viele Ernährungsberater – ich auch – zu einer Hauptmahlzeit empfehlen, wird weggelassen.
Damit das Abnehmen besonders schnell geht!
Fett macht fett, weiß doch jeder! Oder?

 

Fett nach Magenbypass und Schlauchmagen - Anleitung

Fette essen nach Magenverkleinerung – so geht`s

Zurück zur Eingangsfrage: Wie sieht ein sinnvoller Umgang mit Fett nach der Magenbypass- oder Schlauchmagenoperation aus?

Folgende Dinge haben wir heute besprochen:

1. Für uns gelten prinzipiell die normalen »Empfehlungen«
2. Eventuell verändert sich die Verträglichkeit von Fett
3. Essentielle Fette sind lebenswichtig und ein Mangel macht krank

+ Künstlich hergestellte Ersatzfette sind nicht empfehlenswert.

Schlussfolgerung

Fett grundsätzlich zu meiden ist nicht sinnvoll. Auch in der Abnahmephase ist es notwendig, essentielle Fettsäuren zu ergänzen. Süßigkeiten, Fastfood und andere fettreiche Industrieprodukte enthalten keinen oder nur einen geringen Anteil an lebensnotwendigen Fettsäuren, ergo vermeiden wir diese Fettquellen.

Deshalb landet bei uns der fettarme Griechische Joghurt mit einem Schuss Leinöl auf dem Tisch und nicht der Sahnejoghurt.

Besonders hochwertige Öle, die sich zur Ergänzung der Mahlzeiten prima eignen

Olivenöl – auch zum Braten geeignet
Rapsöl – auch zum Braten geeignet
Leinöl – im Kühlschrank dunkel lagern, 3 Monate haltbar ab Pressung, kalt verwenden
Ungeröstetes Arganöl – kühl lagern, kalt verwenden
Hanföl – kühl lagern, kalt verwenden
Kürbiskernöl – kühl lagern, kalt verwenden
Borretschöl – kühl lagern, kalt verwenden
Avocadoöl – auch zum Braten geeignet, nicht ganz so heiß machen

Abwechslung ist hier auch wieder eine gute Wahl. Die verschiedenen Öle enthalten eine unterschiedliche Zusammensetzung von Omega 3, Omega 6 und Omega 9.

Weitere Fettquellen als Beispiel:

Frische Avocado
Nüsse / Samen
Freiland Eier (Eigelb)
Fisch, spez. Hering und Lachs (roter)

Dosierung:

Zu fettarmen Hauptmahlzeiten wie Gemüse-Proteinsuppe oder Quarkspeisen sollte 2-3 x am Tag ein Teelöffel (5 ml) gutes Öl gegeben werden. Das hilft nicht nur bei der Verdauung und verhindert, dass eiweißreiche und ballaststoffarme Mahlzeiten der ersten Phase nach OP zu Verstopfung führen, es hält dich auch gesund.

Enthält das Gericht bereits Ei, Nüsse, Fisch etc. kannst du auf zusätzliches Fett verzichten.

 

Was ist nun mit Eis und Sahne beim Italiener?
Die Sahne und die Kugel Eis, was ist nun damit?

Du kennst nun die Fakten zum Fett und weißt Bescheid. Warum ich eine Kugel Eis mit Sahne gegessen habe, obwohl die eindeutig zur Kategorie »Besser nicht« gehört?

Hier kommt das Geheimnis eines realistischen Ernährungsplans: Ich erlaube mir, hin und wieder einfach eine Kleinigkeit, wenn ich richtig Lust darauf habe. Das ist in Ordnung! Ich laufe diesen endlosen Abnehm-Marathon seit 2006 – 12 Jahre lang lebe ich mit den neuen Verhaltensweisen einer normal gebauten Person, nur leider nicht immer im Körper einer solchen.

Zum normalen Leben gehört es durchaus auch, mit der Freundin Mal ein Eis zu essen, wenn man gern möchte.

So viel Kalorien hat eine Kugel Eis mit Sahne

Eine große Kugel Eis (75 Gramm) liefert 119 Kalorien, dazu 30 Gramm Sahne mit 88 Kalorien. Mein Mittagessen in der Eisdiele schlug mit 12 Gramm Fett, 23 Gramm Kohlenhydraten und 4 Gramm Eiweiß zu Buche. Das ist absolut vertretbar als Ausnahme!

Mir ist es auf Instagram ein wichtiges Anliegen, mein reales Essverhalten zu zeigen. Sonst brauche ich keine Storys machen. Ich bin kein »Lehrprogramm« und erst recht kein »Vorbild«. Ich bin einfach »Ich«.

Auch in der Pyjamahose in Gummistiefeln mit abstehenden Haaren und einem Tütchen Hundepups unterm Arm. Und jetzt bin ich dermaßen hungrig und fühle mich beinahe schlecht, dass es »nur« Proteintoasties mit gekochtem Ei gibt.

Es wäre doch mega geil, Mrs. Rinderwahnsinn der Woche mit einem fetten Stück Pizza am Morgen richtig zum Toben zu bringen.

Wie handhabst du das? Gönnst du dir gelegentlich etwas Leckeres aus der »normalen« Welt?

 

Quellenangaben und Referenzen

Quellenangaben

(1) Clinical Practice Guidelines for the Perioperative Nutritional, Metabolic, and Nonsurgical Support of the Bariatric Surgery Patient—2013 Update: Cosponsored by American Association of Clinical Endocrinologists, The Obesity Society, and American Society for Metabolic & Bariatric Surgery*
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4142593/

(2) Endocrine and Nutritional Management of the Post-Bariatric Surgery Patient: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline
https://academic.oup.com/jcem/article/95/11/4823/2835116

(3) Long-term Management of Patients After Weight Loss Surgery
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3096273/

(4) Nutritional Recommendations for Adult Bariatric Surgery Patients: Clinical Practice https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5347111/

(6) DGE Leitlinie Fett https://www.dge.de/wissenschaft/leitlinien/leitlinie-fett/
(7) DGE Richtlinien Referenzwerte Energiezufuhr https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/energie/

(8) Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/088-001.html