Neurohormone oder auch Neuropeptide sind je nach Literatur unterschiedlich definitiert. Für uns in diesem Blog ist die genaue Einordnung gar nicht so wichtig, sondern die Erkenntnis, dass eine Vielzahl von Hormonen unser gesamtes Leben steuert.

Zwei Beispiele für Neurohormone

Einerseits werden freisetzende Hormone (Releasing Hormones) zu den Neurohormonen gezählt. Hier tummelt sich zum Beispiel TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon).  TRH setzt TSH frei, das Schilddrüsenstimulierende Hormon. Es regt deine Schilddrüse an, Schilddrüsenhormone zu produzieren. Vielleicht kennst du TSH als Blutwert von Blutuntersuchungen beim Arzt. Die Schilddrüsenhormone haben zahlreiche Wirkungen im Körper. Die für uns Wichtigste und gleichzeitig die Bekannteste Funktion ist die Festlegung des Grundumsatzes.

Andererseits zählen auch hemmende Hormone (Inhibiting Hormones) zu den Neurohormonen. Hier eignet sich als Beispiel Somatostatin (Growth-Hormone-Inhibiting-Hormon, GHIH). Dieser kompliziert benannte “Hormonkollege” hemmt die Produktion vom Wachstumshormon Somatotropin (Growth Hormone, GH). Wachstumshormon hat zahlreiche Aufgaben. Für uns interessant sind z.B. die Steigerung der Fett “Verbrennung” (Oxidation), erhöhte Aufnahme von Eiweiß (Aminosäuren) in die Muskelzellen.

In weiter gefassten Definition zählen Neurotransmitter und andere Substanzen ebenfalls unter die Neurohormone.

Nerd-Abteilung

Warum sind Neurohormone für uns spannend?

Im Artikel “Which bariatric surgery is best for my patient? Guiding patients toward optimal surgical treatment for obesity while supporting autonomy” aus der “Bariatric Times” November 2018, Seite 24 schreiben die Autoren in der Übersichtstabelle zum Thema “Weightloss”

“Fat mass loss is more neurohormonally driven and less under behavioral control”

Frei übersetzt: Der Abbau von Fettmasse (= Abnehmen) wird stärker von Neurohormonen gesteuert, als vom Verhalten (des Patienten).

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