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Proteinriegel – Sinnvoll oder Süßkram mit Heiligenschein?

Was ist eigentlich mit Diät Süßigkeiten?

Oje, jetzt mache ich mich wieder unbeliebt. Ich höre die Geister in den Schatten schon wieder flüstern und hetzen, dass man es mit seinem Ehrgeiz auch übertreiben kann. Ehrgeiz und Süßigkeiten – sehr interessant, dass diese Verbindung in Social Media Debatten immer wieder auftaucht.

Ich persönlich bin kein Riesenfan von “Light” Genussmitteln. Ob Schokolade, Schokoriegel, Praline oder Keks: es gibt mittlerweile Protein Snacks in jeder Variante und natürlich alles in “Light” oder “Diät” Ausführung. Mit einem strengen Blick auf die Packungen knallt mir dann manchmal die Kinnlade runter.

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Naschen erlaubt?

411 Kalorien für einen Keks

Beispielsweise kursiert ein sehr beliebter Proteinkeks für Sportler in Kreisen meiner Mitoperierten. Beim Lesen der Nährwerttabelle bin ich beinahe kollabiert. Dieser hübsch aussehende Proteinkeks liefert satte 447 Kalorien auf 100 Gramm, dabei gerade aber  24 Gramm Eiweiß. Autsch, das ist wieder die Verpackungsfalle. (Keks auf Amazon ansehen)

Für den gedachten Einsatzzweck als Mahlzeit nach einem intensiven Workout mag das durchaus in Ordnung sein. Vermutlich ist der Keks auch lecker. Woher er seinen “In” Status nach Magenverkleinerung hat, ist mir schleierhaft.

Gedankenexperiment: Normaler Keks vs. Protein Cookie

Machen wir ein Gedankenexperiment: Ich poste in eine Bariatrie Facebookgruppe, dass ich gerade 84 Gramm Prinzenrolle gegessen habe. Also Butterkekse mit Schokofüllung. 412 Kalorien. Genauso viele Kalorien wie der 90 Gramm Proteinkeks vom Sporthersteller. Der Shitstorm wäre gigangtisch. Ich sehe die “Pro” und die “Anti” Gruppe bereits wieder mit blutigen Nasen die Köpfe aneinander schlagen.

 

Poste ich den Proteinkeks, ist der auf ein Mal ganz normal.

“Prima, lecker, probiere ich auch mal aus, woher hast du den?!”, ruft Facebook.

Nichts gegen den Proteinkeks, der hat – wie gesagt – seinen Einsatzzweck. Um an 22 Gramm Eiweiß zu kommen, gibt es sinnvollere Möglichkeiten. Von den 411 Kalorien in dem Keks stammen nur 88! Kalorien vom lebensnotwendigen Protein.

323 Kalorien der ganzen Super-Cookie-Eiweiß Nummer sind einfach nur Fett und Carbs. Und zwar nicht aus Avocados, Leinöl und Nüssen kombiniert mit Hafer oder einem anderen hochwertigen komplexen Kohlenhydrat. Wir sprechen über hochverarbeitetes Pflanzenfett und Zucker.

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Ein stinknormaler Keks, den ich mit gutem Gewissen nach dem Einkaufen mit meinem Mann geteilt habe. Proteinkekse gab es auch, die hatten aber mehr Kalorien!

1. Light & Co. heißt nicht unbedingt kalorienarm

Hier landen wir bei folgender Erkenntnis: Wenn etwas mit Light, Diät, Protein etc. gekennzeichnet ist, passt es nicht automatisch prima in unsere tägliche Ernährung. Natürlich kann man so einen 400 Kalorien Keks essen, der vermutlich wie alle Proteinkekse und Proteinbrownies aus dem Laden etwas – naja – unerfreulich schmeckt.

 

Die Alternative, wenn es ein Keks & Protein soll: Iss einfach eine kleine Portion deiner Lieblingskeks-Sorte. Ich wähle das Beispiel Prinzenrolle, weil sie mir gerade einfällt. Sagen wir, du isst einen Keks (die sind ziemlich groß mit einem Mini Magen) und gönnst dir eine halbe Stunde vorher oder hinterher einen richtig leckeren Proteinkaffee (Rezept hier).

 

In der Halbfettmilch Variante kommst du mit dem richtig leckeren Keks und dem Proteinkaffee mit 294 Kalorien “weg” . Davon sind 21 Gramm Eiweiß, 31 Gramm Kohlenhydrate und 10 Gramm Fett. Trotz ganz normalen Keks “von der Stange”.

naschen nach magenverkleinerung

Süßkram liefert viel Energie – sieh es als Raketentreibstoff. Entweder du verbrennst ihn bei intensiver Bewegung, oder du speicherst ihn da, wo du es am wenigsten willst.

2. Eine Kalorie ist nicht gleich einer Kalorie

 

Die Lowcarb Ernährung basiert auf der Annahme, dass die Insulinausschüttung nach dem Genuss von Kohlenhydraten für Stunden die Fettverbrennung außer Kraft setzt. Unabhängig von der Menge der Kalorien könnte dann Lowcarb Süßkram wirklich einen kleinen Vorteil verschaffen, oder nicht?

Erinnern wir uns an meinen Artikel über “Süßkram nach Magenverkleinerung – kritisch betrachtet” fällt mir sofort eins ein: Die Ernährungspyramide für uns Operierte. Süßkram ist ganz oben in der Spitze und gehört mit Fast Food zu den Sachen, die wir ohnehin nur sehr selten in Miniportionen essen sollten.

Sagen wir, ein Mal die Woche gibts eine kleine Hand voll Kekse oder einen Schokoriegel. Welche Auswirkung wird diese eine Süßigkeit auf die gesamte Woche haben? Genau, an sich nämlich keine!

Grundsätzlich sind Lowcarb Sweets keineswegs schlechter – ich persönlich mag manche sehr gern wegen des Geschmacks. Je nach dem, wie gut oder schlecht generell dein Umgang mit Naschereien funktioniert, können sie zum häufigen Genuss verführen.

Bei einem normalen Schokoriegel weiß jeder: Ist nicht gut für mich, sollte ich also wirklich selten essen.

Beim Light oder Lowcarb Süßkram ist das Gewissen plötzlich ganz rein. Oder weil eben “Protein” auf der Packung steht. Die Gefahr, dass aus einer Portion die Woche ohne es zu merken eine Portion am Tag wird und häufiger oder in größeren Mengen zugegriffen wird, ist einfach da.

Ob Lowcarb Peanut Butter Cups (Auf Amazon ansehen), Lowcarb Nutella (Auf Amazon ansehen) oder Produkte wie die gar nicht unleckeren “Kitkat Imitate” (Auf Amazon anzeigen)  und Co. – wenn man diese Leckereien mit genauso viel Zurückhaltung in den Ernährungsplan einbaut, wie “echte” Süßigkeiten, gibt es überhaupt kein Problem damit.

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In Einzelportionen abgemessen und verpackt ist es einfach, die Kontrolle zu behalten.

Fazit: Ein aufgeklärter Verbraucher weiß gern, was er isst

Packungen verführen! Das ist mir schon eine Million Mal passiert und sicher vielen von euch auch. Ihr greift im Supermarkt oder Online zu einem neuen Produkt und zuhause ärgert ihr euch, weil ich jetzt erst entdeckt, wo der Haken ist.

Wenn etwas zu gut aussieht, um wahr zu sein …

Eins habe ich in den Jahren gelernt: Wenn etwas zu gut aussieht, um wahr zu sein, ist es das meistens auch nicht. Eis ohne schlechtes Gewissen, Schokolade ohne Kalorien, voller Genuss ohne Reue – bisher steht kein einziges Produkt fertig im Geschäft, dass genau dieses Versprechen auch halten kann.

Deshalb zählt das weise Abwägen, kontrollieren der Nährwerte und auch eine große Portion Ehrlichkeit mit sich selbst. Wem der Umgang mit Naschereien schwer fällt, der wird auch mit Light oder Lowcarb Süßkram nicht besser fahren. Da hilft nur konsequentes Meiden und Portionskontrolle. 

Fällt dir hingegen das Einteilen von Naschereien leicht und du hast ohnehin selten Appetit auf Süßkram, ist es völlig egal, was du dir mal als kleine Leckerei gönnst. Ob Lowcarb oder Light – oder einfach stinknormal. Du kommst mir allen Sweets prima klar.