Pouch “Re-Sizing”

Einleitung

Die Angst vor einem »ausgedehnten« Pouch ist auf Social Media allgegenwärtig. Heute darf ich euch einen Gastbeitrag von unserem Lieblingschirurgen Professor Marjanovic präsentieren. Das Thema ist spannend – und hoffentlich das Ende der Aufregung um etwas größere Essensportionen.

Eins verrate ich vorweg: Die normale Zunahme der Portionen im Laufe der Zeit ist nämlich nicht – wie häufig angenommen – ein Fehler des Patienten, sondern erwartet und wünschenswert. Sehr selten kann es zu einem übermäßig gedehnten Magen kommen.

Erfahre jetzt, welche Symptome ein übermäßig geweiteter Magenpouch verursacht und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Ich übergebe an Professor Marjanovic

Professor Marjanovic über Pouch Resizing

Der Roux Y Magenbypass ist über die Jahrzehnte hinweg sicher die erfolgreichste Operationsmethode zur Behandlung der Adipositas. Trotz der Zunahme der Schlauchmagenoperationen in den letzten 5 Jahren hat sich der Magenbypass in seiner Operationsfrequenz auf einem hohen Niveau stabil gehalten.

Der Magenbypass im Überblick

Beim Magenbypass wird der große Magen einmal quer und einmal senkrecht durchtrennt, so dass ein kleiner Restmagen, auch Pouch genannt, in der Nahrungspassage verbleibt.

Der Pouch wird standardisiert angelegt mit etwa 20-50ml Volumen und wird direkt mit dem oberen Dünndarm verbunden. Auch die Naht zum Dünndarm wird genauso wie der Pouch standardisiert hergestellt mit einem Durchmesser von etwa 25mm. Die Nahrung geht also über die Speiseröhre in den kleinen Pouch und von da aus direkt in den etwa Kleinfingerbreiten Dünndarm.

Eine Bremse im Sinne des Magenpförtners fehlt hierbei, was zunächst nicht relevant ist. Durch die Naht ist der Pouch zunächst sehr starr und gibt entsprechend schnell eine Sättigung, was letztlich zu den kleinen Essportionen und der Gewichtsabnahme führt. Auch der Dünndarm erlaubt anfänglich nur kleine Portionen.

 

Unterzuckerung führt zu Hunger – die nächste Mahlzeit zur erneuten Unterzuckerung. Ein Teufelskreis.

Pouch
     ausgedehnt?

Pouch Re-Sizing reduziert Dumpings und kann eine moderate Gewichtsabnahme herbeiführen.

Idealzustand

Da sowohl der Magen als auch der Dünndarm muskuläre Organe sind, können sie sich mit der Zeit ausdehnen, was bei jedem Patienten mit der Zeit der Fall ist. Die Essportionen werden größer, bleiben aber immer noch deutlich unter denen vor der Operation. Durch eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise halten die Patienten ihr Gewicht stabil und spüren trotz der normalen Dehnung des Pouch, der Naht zum Dünndarm und des Dünndarms selber langfristig die Mengenbegrenzung durch den Magenbypass.

Permanentes Dumping, ständiger Hunger

Bei einigen Patienten kann es aber zu einer übermäßigen Dehnung des Pouch kommen, so dass die Essmengen zum Teil wieder wie vor der Operation sein können. Leider nimmt auch der Dünndarm konsekutiv Kapazität auf, was zu einer merkbar verminderten Sättigung führt. Die Folge ist u.a. das Frühdumping Syndrom, vor allem aber das Spätdumping Syndrom, welches zu ständigen Unterzuckerungen (½ – 3 Stunden nach der Mahlzeit) führt.

Der Teufelskreis beginnt

Die Unterzuckerung wiederum macht Hunger. Die nächste Mahlzeit führt zu einer erneuten Unterzuckerung, so dass sich hier eine Art Teufelskreis mit permanentem Dumping und ständigem Hungergefühl bildet. Nicht selten führt das zu einer relevanten Gewichtszunahme über die Zeit.

Was ist “Pouch Resizing”

In solchen Fällen ist es notwendig, entsprechende Untersuchungen zu machen, damit die Ausdehnung des Pouch nachgewiesenen werden kann. Hier gibt es dann unterschiedliche Behandlungskonzepte. Eines davon ist das sogenannte „Pouch Resizing“, bei dem man den Pouch operativ so klein macht wie am Anfang.

Eine erneute Dehnung wird dann mit einer zusätzlichen Implantation eines Magenringes (banded Bypass) vermieden. Die Kombination aus Pouch resizing und Ringimplantation kann das Dumping gut behandeln und führt nach bisherigen Daten auch wieder zu einer gewissen, nicht übermäßigen Gewichtsabnahme.

Nur in spezialisierten Zentren

Diese Art der Therapie ist relativ neu und wird nur in spezialisierten Zentren durchgeführt, insbesondere um etwaige Komplikationen so gering wie möglich zu halten. Eine anders geartete Therapie einer Pouchausweitung durch bestimmte Diätprogramme („pouch reset“), die optimale Erfolge versprechen, halte ich für sehr fragwürdig, ist wissenschaftlich weder bekannt noch belegt und kann die anatomischen nachweisbaren Veränderungen nicht relevant verbessern.

Prof. Dr. Goran Marjanovic “

Wer ist eigentlich Professor Marjanovic?

Darf ich
  vorstellen?

 

Professor Marjanovic

UNIVERSITÄTSKLINIKUM FREIBURG

Oberarzt der Klinik
Leiter des Zentrums für Adipositas und Metabolische Chirurgie
Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie
Chirurgische Intensivmedizin

 

Adipositaszentrum Freiburg:  www.adipositas-behandlung.de

Geschichten aus dem Adipositaszentrum Freiburg

Erfolgs
  Geschichten

Jürgen

Jürgen nimmt 40 Kilo ab und beginnt sein neues Leben. Er macht den Anfang in der Kateogrie Erfolgsgeschichten und berichtet über seinen Schlauchmagen, und wie die Operation seinen Alltag verändert hat. Jürgen ist aus dem #teamfreiburg und wurde von Professor Marjanovic und seinem Team am Universitätsklinikum Freiburg im Juli 2017 operiert.

40 kg weg mit OP & Sport

Steffi

Die Schlauchmagen Operation im Mai 2016 schenkt Steffi ein völlig neues Lebensgefühl - sie nimmt ihr Übergewicht innerhalb eines Jahres ab und hält seit gut eineinhalb Jahren ihr Gewicht. Mittlerweile hat sie erfolgreich die ersten Wiederherstellungsoperationen bekommen und sieht top aus. Ihre Geschichte erzählt sie bald in unserem Adipositas Blog. Steffi wurde am Universitätsklinikum Freiburg von Professor Marjanovic und seinem Team operiert.

Neues Lebensgefühl

Sarah

Sarah entscheidet sich nach einem Bandscheibenvorfall 2014 für eine Schlauchmagenoperation mit Minimizer Ring und wird 2015 von Professor Marjanovic und seinem Team an der Universitätsklinik in Freiburg operiert. In den nachfolgenden 13 Monaten reduziert sie ihr Gewicht von 180 kg vor OP auf 68 Kilo. Mittlerweile hat sie die meisten Wiederherstellungsoperationen hinter sich und lebst mit einem stabilen Gewicht ein schlankes, und aktives Leben. Wie sehr die Schlauchmagenoperation ihen Alltag verändert hat, erzählt sie schon bald hier in unserem Adipositas Blog.

In 13 Monaten auf 68 kg

Anne

Anne startet ihr Leben mit Magenbypass Rouxdolph am 4. Juli 2017 und wird von Professor Marjanovic und seinem Team operiert. Das OP Gewicht beträgt 166 kg, das aktuelle Gewicht mit Hautüberschuss liegt bei 89 kg. Ihre Geschichte geht mit der ersten Wiederherstellungsoperation bereits im Mai in die nächste Etappe. Mehr dazu erfährst du hier auf unserem Adipositas Blog.

Von 166 kg auf 89 kg

Chirurgie

Adipositaschirurgie, bariatrische Chirurgie, metabolische Chirurgie oder schlicht Magenverkleinerung sind verschiedene Begriffe für die chirurgische Behandlung von Adipositas. Die Allgemeinheit "kennt" vor allem das Magenband. Magenbypass und Schlauchmagen sind hingegen die am häufigsten durchgeführten Adipositasoperationen.

Energiebilanz

Adipositas oder Fettleibigkeit entsteht, wenn wir mehr Kalorien essen, als wir verbrauchen können. Diese korrekte Annahme wird jedoch regelmäßig komplett falsch interpretiert. Hier erfährst du, was Energiebilanz wirklich bedeutet, wie sie gesteuert wird, und was du tun kannst, um abzunehmen.

Adipositas

Was ist Adipositas und welche Auswirkung hat diese Krankheit?

Medikamente

Die medikamentöse Behandlung von Adipositas nennt der Mediziner Pharmacotherapie. Es gibt einige Wirkstoffe, die moderat beim Abnehmen helfen können. Das sind die Arzneimittel, denen du begegnen könntest.

BMI

Der Body Mass Index wird zur Einstufung von Körpergewicht in Bezug auf die Körpergröße genutzt. Erfahre hier, ab wann eine Adipositas vorliegt und berechne deinen Body Mass Index.

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