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Proteinriegel – Sinnvoll oder Süßkram mit Heiligenschein?

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Weißer Proteinriegel aus der Drogerie

Die Landschaft zieht hinter der Scheibe in hochgeschwindigkeit vorbei, ich döse halb ein vor Langeweile. Plötzlich schreckt mich ein Knistern und Schmatzen neben mir auf.

Ein wenig fühle ich mich wie Mops Uschi, die bei jedem kleinsten Knistern bereits sabbernd hinter mir steht. Nur in diesem Fall sabbere ich nicht, ich wundere mich.

“Wir haben vor einer Stunde am Bahnhof in Hannover gefrühstückt. Hast du schon wieder Hunger?”

Meine Begleiterin zuckt mit den Achseln und beißt herzhaft in etwas, das wie ein Schokoriegel aussieht.

“Nein, Hunger nicht. Aber ich muss auf mein Eiweiß kommen. Willst du auch einen?”

Sie wedelt mir mit einem knallbunt verpackten Etwas vor der Nase herum. Ich bin noch voll vom Frühstück und bei Eiweißriegeln immer skeptisch. Vorrangig deshalb, weil sie mir nicht besonders gut schmecken und meist annähernd genauso viele Kalorien haben, wie ein normaler Schokoriegel.

Ich schüttele mit dem Kopf und nehme einen Schluck aus meiner Teeflasche. Über das Eiweiß mache ich mir morgens um kurz nach neun in einem ICE Richtung Berlin weniger sorgen. Mir ist vor allem danach, genug Wasser zu trinken, damit ich in den fünf Stunde Sitzerei nicht anschwelle wie ein Hefeteig.

“Spielverderberin!”, schnauft sie und kaut weiter ihren Riegel. “Die sind aber richtig lecker, willst du wenigstens Mal anbeissen?”

Nein, will ich nicht. Nur um es kurz klarzustellen: Wir kennen uns lange und mobben uns immer gegenseitig. Das muss so.

“Du weißt doch, ich steh nicht so auf Riegel. Die kleben mir immer den Pouch zu und dann ich ewig nicht trinken.”

Damit ist sie zufrieden und wir beide widmen uns wieder unseren Gedanken. Eiweißriegel sind nach einer Magenverkleinerung so eine Sache. Es ist ein Produkt, mit dem ich in permanentem Krieg lebe, weil kein einziger Tag vergeht, an dem mir nicht irgendjemand einen neuen Schokoriegel im Tarnanzug als Alternative zu Mahlzeiten empfehlen möchte.

Wenden wir uns also ein paar Fakten über Eiweißriegel zu, die helfen, eine informierte Entscheidung über den Konsum von Eiweißriegeln zu treffen. Das ist immer wichtig: Genau wissen, was für Vor- und Nachteile ein Lebensmittel hat. Es gibt kein “gut” und “böse” und keine absoluten Verbote – nur ein paar Dinge, die eine Entscheidung mit gesundem Menschenverstand erleichtern.

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Barebells sind lecker

Proteinriegel Fakt 1: Wenig Protein pro Kalorie

Nicht alle Proteinriegel enthalten für die Menge an Kalorien, die sie liefern, ausreichend Eiweiß. Erinnern wir uns daran, was wir nach der OP zur Auswahl von Eiweißprodukten gelernt haben. Für uns sind Eiweiß-Ergänzungsmittel nur dann zu empfehlen, wenn sie mindestens 80 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm Pulver liefern.

Bisher ist mir kein Proteinriegel begegnet, der auch nur annähernd in diese Richtung geht. Ein Riegel mit 200 Kalorien ist bereits von der “guten” Sorte, wenn er 20 Gramm Eiweiß liefert. Die 20 Gramm Eiweiß haben übrigens 80 Kalorien, bei einem 200 Kalorienriegel heißt das, die übrigen 120 Kalorien stammen aus Fett und Kohlenhydraten verschiedener Qualitäten.

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Neuer Proteinriegel von Foodspring

Proteinriegel Fakt 2: Manche Riegel erhöhen den Blutzucker enorm

Einige Proteinriegel werben mit extrem hohem Ballaststoffgehalt und nennen sich “Lowcarb”. Ihre als Zuckeralkohol ausgewiesenen Süßungsmittel (Vita Fiber zum Beispiel), besitzt allerdings die gleiche Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, wie die selbe Menge Traubenzucker. (1) Ein bekanntes Beispiel ist der Quest Bar, dessen Zusammensetzung mittlerweile von vielen Herstellern kopiert wird. (Auf Amazon Riegel anzeigen)

Das “Biest” schlummert in der Zutatenliste unter dem komplizierten Namen Isomaltooligosaccharide oder Vita Fiber oder Tapioka Sirup und findet sich nicht nur in Riegeln, Shakes und Sirup, sondern auch in Rezepten für Eiweißfluff. Riegel mit diesem Zusatzstoff weisen in der Regel ein auf den ersten Blick gutes Nährstoffprofil mit vielen Ballaststoffen und wenig Zucker auf. Deshalb unbedingt genau die Zutatenliste lesen.

Hinweis: Ein erhöhter Blutzucker ist nicht nur für Diabetiker unerfreulich. Wenn du eine Lowcarb Diät machst, möchtest du nicht z.B. wie auf dem Clean Bar 4,5 Gramm Kohlenhydrate rechnen, aber die Ballaststoffmenge von 38,5 Gramm wirkt dann genau wie 38,5 Gramm Traubenzucker und macht den harmlosen 5 Gramm Kohlenhydrate Lowcarbriegel zur Blutzuckerbombe mit 43 Gramm effektiven Kohlenhydraten. (Beispiel clean bar , 60 Gramm Verpackung, Geschmack Cookie Dough)

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Cremig weicher Proteinriegel mit zwei kleinen Riegeln pro Packung

Proteinriegel Fakt 3: Eiweißriegel schmecken nicht wie ein Schokoriegel

Ist das eine Überraschung? Nein. Es gibt ja mittlerweile sogar Proteinriegel von Snickers (auf Amazon ansehen), Mars (auf Amazon ansehen), und sogar einen Mix mit Protein Bounty, Protein Mars, Protein Milky Way  usw. (zeigen auf Amazon). Alle Riegel werben mit leckeren Geschmäckern wie Cookie Doug (Keksteig), Zimtschnecke, Weiße Schokolade Haselnuss usw.

Natürlich können Hersteller nicht zaubern. Die Snickers, Mars etc. Riegel hatte ich vor Jahren mal zum Testen bekommen und sie schmecken “ok” – haben annähernd so viele Kalorien, wie ihre Vorbilder aus der Süßkramabteilung. Die Eiweißmenge ist nicht mal schlecht. Damit kommt aber auch die veränderte Konsistenz, die zumindest mir die Freude nimmt.

 

 

(1) Gastrointestinal Tolerance and Glycemic Response of Isomaltooligosaccharides in Healthy Adults

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5872719/

 

 

Fazit zu Eiweißriegeln

Wir wissen nun, dass es bei Riegeln wie bei allen hochverarbeiteten Produkten wichtig ist, genau auf die Packung zu schauen und zu überlegen, ob der Verzehr des Proteinriegels wirklich glücklich macht und in den eigenen Ernährungsplan passt.

20 Gramm Protein mit einem Eiweißpulver in Wasser gemischt haben bei gutem Pulver etwa halb so viele Kalorien, wie ein Eiweißriegel. Das sollten wir unbedingt im Hinterkopf haben. Ein Eiweißriegel, um aufs Eiweiß zu kommen, ist in der Abnehmphase nicht die beste Entscheidung.

Jetzt kommt das fette “Aber”

Sagen wir, dir ist nach Süßkram, du hast einen Riegel gefunden, der dir wirklich schmeckt (das kann dauern 😉 – und du gönnst dir zum Beispiel ganz bewusst nach dem Workout oder als geplanten Eiweißsnack unterwegs einen Proteinriegel. Dann ist das vollkommen in Ordnung. Ob ich täglich Riegel essen würde?

Nein! Dazu ist mir da zu viel Gedöns drin.

Welche Riegel ich esse und wann ich sie esse

Wer meine Storys auf Instagram verfolgt (@yourdietangel), weiß es schon: Proteinriegel kommen genauso selten vor, wie Schokoriegel. Ein Mal in der Woche ist da bereits hochgegriffen, wir reden hier eher von alle 3-4 Wochen. Der einfache Grund: So lecker finde ich Süßkram nicht mehr. Eiweißriegel sind da keine Ausnahme.

Ich esse Riegel ausnahmslos vor oder nach dem Krafttraining, wenn ich entweder vorher keine vernünftige Mahlzeit essen konnte, oder wenn ich nach dem Training gleich weiter muss. 

Sie gehören dann zur geplanten Pre- oder Afterworkout Mahlzeit.

Deshalb ist es mir auch ziemlich wurscht, dass mein absoluter Lieblingsriegel vom Geschmack her (siehe unten) mit Vita Fiber gesüßt ist und somit eine Wirkung auf meinen Blutzuckerspiegel hat. Die anderen beiden Lieblingsriegel sind von Powerbar und ich liebe sie nicht nur von Geschmack und Konsistenz, sondern vor allem weil sie klein sind.

Ehrlich gesagt esse ich super selten eine ganze Barebell – mit ihren 60 Gramm ist die zu groß für “Klein Rouxdolph”. Die kleineren Riegel sind eingekauft übers Internet extrem günstig und können sogar abonniert werden, wodurch noch Mal 5-15% vom Preis wegfällt. Sie lassen sich gut transportieren und die Portionsgröße ist ideal.

 

 

 

 

Meine liebsten Proteinriegel

Vorteile

  • Leckerer Geschmack
  • 20 Gramm Protein
  • Tolle Sorten

Nachteile

  • Gesüßt mit Fiber Sirup, daher nur direkt nach intensivem Sport empfehlenswert
  • Großer Riegel. Nach OP evtl. nur 1/2 pro Portion.

Vorteile

  • Leckerer Geschmack
  • Weiche Konsistenz
  • Sortenauswahl
  • Super Preis, wenn man online kauft (halber Preis gegenüber Drogerie)
  • 35 Gramm Riegel

Nachteile

  • Keine

Vorteile

  • Hammer lecker
  • Riegel ist in 2 kleinen Teilen
  • Übers Internet sehr günstig (in der Drogerie doppelt so teuer)
  • Kann man sogar abonnieren
  • Tolle Sorten

Nachteile

  • Suchteffekt möglich (echt lecker)
  • Etwas höhere Kalorien