Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Post auf dem Yourdietangel Blog. Seit den Anfängen meiner Bloggerzeit habe ich eine Menge dazu gelernt. Die alten Inhalte entsprechen nicht mehr zwangsläufig meiner aktuellen Meinung.

Die Bücher in der Pipe, wie “Ketogenic Diet” und natürlich Seven Days of Black Teil 2, Master ist Dark Teil 2 und eine Zusammenarbeit mit Loreley Harper nehmen mir die Zeit zu bloggen. Heute habe ich bei der Recherche für Ketogenic Diet ein paar interessante Vorträge angesehen, die ich mit Euch teilen möchte.

“Iss weniger, beweg Dich mehr!” – wer von uns hat diesen Satz nicht schon gefühlte eine Million Mal gehört? Ich gebe zu: am Anfang meiner Abspeckkarriere habe ich absolut geglaubt, dass diese einfache Gleichung wahr ist. Immerhin habe ich ja weniger – oder eigentlich anders gegessen und mit Sport angefangen. Alles hat geklappt, ich bin geschrumpft und die Logik war nicht in Gefahr. Dann begann das Rätsel meines eigenen Lebens: trotz Beibehalten des Lebensstils und auch bei xmaligem Durchrechnen der Calorie-in und Out Gleichung, die eine nicht gerade geringe negative Energiebilanz zeigte (also ich habe deutlich weniger gegessen als rein rechnerisch durch Grundumsatz + reichlich Bewegung verbraucht), nahm ich nicht nur ab. Ich hab den Gürtel dann noch ein bisschen enger geschnallt und nahm noch zu. Im Grunde ist das ein gutes Erlebnis, denn es zwang mich, über meinen Tellerrand hinaus zu sehen.

Warum funktioniert die Gleichung “Iss weniger, beweg Dich mehr” denn nun genau nicht?

Die Antwort ist recht einfach. Wir sind keine mathematische Gleichung sondern eher sowas wie ein Chemiebaukasten. Springst Du ein Mal in die Chemieauswahl unseres Körpers und hörst die ganzen fusseligen Bezeichnungen von Komponenten, die darüber entscheiden, ob wir Energie speichern, verbrennen, wieviel unsere Muskeln bei Betätigung verbrauchen, wie viel Wärme wir erzeugen – eine kleine Liste, die mir spontan in den Kopf springt: Ghrelin, Leptin, GLP1, IGF1, HGH, Insulin, PYY, Chylomikronen – und, klingts schon spannend? Und das ist nur eine kleine, winzige Hand voll von chemischen Botenstoffen, die die komplizierte Maschinerie unseres Körpers antreibt. Die Berechnung von Energie Expenditure beruht aber logischerweise nicht darauf, auch den Zustand des Körpers bzgl. seiner Hormone zu treffen und kann damit nicht nur ein bisschen sondern vollkommen daneben liegen.
Heute gehts aber nicht um die einzelnen Komponenten, ich will Euch ein paar Vorträge empfehlen, die vielleicht dabei helfen, Euer eigenes “fettes” Rätsel zu entschlüsseln und – wenn ihr auf der Suche nach einer Ernährungsform für Euch persönlich seid, eine informierte Entscheidung zu treffen.

1. Stephan Guyenet

Dieser Mann ist wirklich interessant, und ich meine nicht nur seine Ausstrahlung – er ist nämlich Wissenschaftler und hat sich auf den Bereich “Obesity” also Fettsucht, spezialisiert. Er verbringt sein Leben damit, den wahren Grund fürs Fettwerden zu finden. Sein Vortrag “Obesity – old solutions for a new problem” ist vor allem deshalb interessant, weil er auch eine Antwort auf die Frage gibt, warum Lowcarb Higher Fat und Highcarb Lowfat beide funktionieren.

Takeaways:
1. Bereite Deine Mahlzeiten selbst aus frischen Zutaten zu**
2. Verzichte auf Fertigprodukte, Süßigkeiten, moderne Lebensmittel, die darauf getrimmt sind, dass Du davon zu viel isst, Süßstoffe inklusive
3. Lowcarb oder Highcarb funktioniert beides zur Gewichtsabnahme
4. Stephan empfiehlt die Paleo Ernährung für Übergewicht

 

**Nur falls das Wort “frisch” nicht verständlich ist: im Regelfall brauchen frische Zutaten kein Label. Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse/Samen, Kokosöl virgin usw. Also nicht gemeint sind selbstgemachte Tiefkühlpizzas oder Spaghetti Bolognese 😉 Es sei denn, die Spaghetti sind aus Zuccine, denn Nudeln sind auch ein hoch verarbeitetes Produkt.

 

2. Nochmal Stephan – diesmal mit einem auch für Laien verständlichen Vortrag über Lepin Resistenz, einem der vermuteten major player neben Insulinresistenz bei Übergewichtigen.

Takeaways:

1. Sport und Bewegung sind regelmäßig erforderlich
2. Lass regelmäßig Deine Entzündungswerte prüfen und arbeite daran, die Parameter zu senken/niedrig zu halten (gute Anleitung gibts bei Dr. Jack Kruse – Paleo RX)
3. Halte Deinen Darm gesund – Probiotika, fermentierte Lebensmittel, Kollagen, resistente Stärke, Ballaststoffe, Knochenbrühe – hier ist die Erklärung, warum wie ganze Community so all over pre- und probiotics ist.
4. Es gibt genetische und epigenetische Faktoren, die sich nicht (genetische) oder nicht direkt (epigenetische) Faktoren, die sich beeinflussen lassen
5. Stephan erklärt hier den Zusammenhang, WARUM Dicke mehr essen, als sie verbrauchen und mit zunehmender Fettmasse träge werden.

3. In der Runde darf natürlich Gary Taubes nicht fehlen, der in einer etwa einstündigen Präsentation grob auf seine Hypothesen aus seinen Büchern eingeht. Man beachte: das Wort Hypothese bedeutet nicht “in Stein gemeißelte Wahrheit” sondern “Theorie, Annahme” – und eben Denkanstoß! Er stellt interessante Fragen, die jeder für sich selbst beantworten sollte.

 

Warum wir fett werden – nach Gary Taubes



Takeaway:

1. Eine Kalorie ist nicht gleich eine Kalorie
2. Fettansatz ist genetisch gesteuert
3. Insulin(resistenz/Überschuss) macht dick
4. Übergewicht ist ein Zeichen für Unterernährung mit Nährstoffen/Malnutrition
5. Kohlenhydrate sind nicht so ideal

 

Die zwei Enden, an denen wirklich stark Übergewichtige am besten starten – oder “where the magic happens”

3. Ich bin Ketarier die meiste Zeit des Jahres und viele moderne Experten tendieren Richtung Lowcarb. Mir persönlich ist das zu unausgewogen weil ich daran glaube, dass jeder individuell betrachtet werden muss. Es soll nicht der Eindruck entstehen, es handele sich bei Lowcarb um den einzigen “Magic Trick”, mit dem auch bei extremem Übergewicht gute Erfolge erzielt werden können.
Die Kernfrage zu Beginn lautet nur: auf was kannst Du eher *lebenslang* verzichten: auf Fett/Fleisch oder auf Kohlenhydrate. Lebenslang übrigens deshalb, weil eine komplette Rückkehr in das alte Muster auch wieder zum alten “Problem” führt. Deshalb wähle weise, welcher Weg es sein soll.
Wieso weshalb warum Ketose schön ist und nützlich, haben wir schon oft diskutiert. Im Sinne der Vielfalt möchte ich heute, dass ihr Euch von Denise Minger (Death by Food Pyramide) über HCLF Programme informieren lasst. Denise war es (damals reine Veganerin), die die China Study professionell auseinander genommen hat und als “bad science” enttarnte. Ihr kennt sie hoffentlich aus “Meet your meat”, dem Vortrag der unsere Obsession mit Knochenbrühe, Leber und anderen crazy Parts erklärt. Heute zeigt sie, unter welchen Bedingungen auch eine Highcarb Diet außerordentlich gute Ergebnisse erzielt.

Takeaway:
Gesundheitlich passiert die Magie bei einer Ernährung unter 10% Fett am Gesamtkalorienanteil (HCLF) oder bei einer Highfat/Keto Ernährung über 65% Fett am Gesamtanteil. Was dazwischen liegt ist “swampland” also Sumpf wo keine klaren Vorteile ablesbar sind. Also kein Magic. Natürlich ist das möglicherweise individuell verschieden, Stichwort “Sweet Spot”. Zusätzlich sagt sie, dass die ungesunden Produkte der vorgestellten Diäten – also Getreide, Zucker usw. – auch durch Paleo taugliche Lebensmittel ersetzt werden können.

Moment mal, die offizielle Ernährungspyramide der DGE sieht doch ganz anders aus?

Auch hier erklärt Denise Minger wunderbar, am besten liest Du selbst ihr Buch (Death by Food Pyramid) oder meinen deutschen Artikel darüber, wie die Ernährungspyramide “Der Betrug hinter der Ernährungspyramide

Jetzt ist doch 2015, die müssten doch langsam bescheid wissen und ihre Leitlinien ändern.
Müssen Sie? Eigentlich Ja.
Wissen die von den vielen neuen Erkenntnissen aus Studien (z.B. Open heart Study)? Ja.
Haben die sich damit nicht auseinandergesetzt. – Doch.
Warum wurde nichts eindeutig geändert? – gute Frage.

Ulrike Gonder, Diplom Ökotrophologin sagt dazu “Das Dogma “fettarm, kohlenhydratreich” fällt nun endlich auch “offiziell” – es sagt nur noch keiner. So finden sich die “neuen” Erkenntnisse auch noch nicht in der Umsetzung der neuen Fettleitlinie der DGE – noch nicht!” oder ein anderes Zitat “Interessant war auch, wie man damit umgeht: Man fand es “ungünstig für die Ernährungsberatung”. Das lässt tief blicken.” – ich empfehle den kompletten auf Ulrike Gonders Seite “Mehr Fett, Freispruch für Vollmilch und Ei

Es ist also wichtig zu verstehen: das Wissen ist da, auch bei den offiziellen Stellen. Die Gründe, warum wir es nicht erfahren sollen von den offiziellen Stellen, können vermutet werden. Offenbar sind wir Dicken wohl zu dumm, (Ungünstig für die Ernährungsberatung) und meine Lieblingstheorie liegt ja in Death by Food Pyramide und dem Hintergrund, wie diese Pyramide entstanden ist. Nämlich auf Grund wirtschaftlicher Interessen und nicht der gesundheitlichen.

Ich schließe diesen Artikel mal ab mit einem Zitat aus der Saarbrücker Zeitung vom 06. März 2015 – auch von Ulrike Gonders Website (hier ist der Artikel)

“Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät der Bevölkerung jedoch weiterhin, beim Fett zu sparen und fettarme Milchprodukte zu bevorzugen, obwohl die eigenen Leitlinien dafür keine wissenschaftlichen Gründe nennen können. Das heißt auch, dass die
DGE die neuen Erkenntnisse weder den Ernährungsberatern noch den Verbrauchern vermittelt. Bleibt zu hoffen, dass die rund 200 Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Diätassistenten, die sich auf dem Frankfurter Symposium informierten, diese Aufgabe bei ihrer Patientenbera-
tung übernehmen.”

 

Was ich deshalb wichtig finde: informiere Dich selbst, jeden Tag. Verlasse Dich nicht darauf, dass jemand Dir eine nicht eigennützige Info gibt und kontrolliere immer Dein Wohlbefinden und Blutwerte, um zu schauen, ob Du auf dem richtigen Weg bist.

Protein Käsekuchen Muffins – Rouxdolphs Geburtstagsrezept

Käsekuchenmuffins oder Mini Cheesecakes habe ich zum 2. Geburtstag meines Magenbypasses gebacken. Heute teile ich das Käsekuchen Protein Rezept mit euch. Diese Muffins sind fluffig und nicht so platt und latschig wie Käsekuchenmuffins aus Eiklar, Magerquark und Proteinpulver. Die Nährwerte sind immer noch prima!